

In Benin ist die weibliche Beschneidung offiziell beendet Spendenübergabe an Christa Müller und den beninischen INTACT-Mitarbeiter Toussaint N'Djonoufa
Mai 2006 Mit einem Volksfest, an dem fast zweitausend Menschen teilnahmen, wurde im April 05 das Ende der Tradition der weiblichen Beschneidung in Benin gefeiert. Es ist das Ergebnis jahrelanger Überzeugungsarbeit verschiedener Organisationen und beninischer Persönlichkeiten wie der Familienministerin Léa Hounkpé oder dem Agraringenieur Toussaint N'Djonoufa, der schon seit acht Jahren vor Ort für INTACT aktiv ist. Überzeugt werden mussten vor allem die Fetischpriester, die das grausame Ritual am längsten verteidigt hatten und die Beschneiderinnen, die mit dieser Arbeit ihren Lebensunterhalt verdienten. Um in diesem Zusammenhang einen nachhaltigen Effekt zu erzielen, nutzt man die Spendengelder, um diesen Frauen einen kleinen Kredit zur Verfügung zu stellen, damit sie sich eine neue Erwerbsquelle erschließen können und diesen Beruf nicht mehr ausüben müssen. Er wird übrigens nicht erlernt, sondern von der Mutter an die Tochter weitergegeben.
Trotz dieses Erfolges werden nach wie vor jährlich 2 Millionen Mädchen beschnitten. In Benin ist die Beschneidung nun gesetzlich verboten, in anderen Ländern jedoch noch nicht, Darum wird INTACT sich jetzt vorrangig auf die Nachbarländer Togo und Burkina Faso konzentrieren und auch dort die Beschneidung verstärkt bekämpfen. Aktiv ist man jedoch auch im Senegal, im Tschad, in Guinea, Tansania, Mali und Sierra Leone. Die Hoffnung ist groß, dass man es in 50 Jahren geschafft hat, die Beschneidung aus Afrika zu verbannen.
Hoffen wir, dass nach Benin weitere afrikanische Länder diesem Beispiel folgen und zukünftig keine kleinen Mädchen mehr auf diese furchtbare Weise gequält und verstümmelt werden.

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