Bewerbungstipps

Sie haben ein Stellenangebot gefunden, das genau zu Ihnen passt? Jetzt heißt es, bei der Bewerbung punkten und den Traumjob sichern. Damit Sie sich von anderen Bewerbern abheben, sollten Sie folgende Bewerbungstipps zum Bewerbungsanschreiben, Lebenslauf, Vorstellungsgespräch und weiteren Punkten beachten.

Der erste Eindruck zählt: Die schriftliche Bewerbung

 

Online-Bewerbung oder Bewerbungsmappe?

Wenn nicht anders angegeben, wünschen sich Personalverantwortliche heute in der Regel eine Online-Bewerbung per E-Mail. Für diese gelten die gleichen Grundregeln wie für ausgedruckte Bewerbungsunterlagen: Fehler bei der Rechtschreibung oder schlampige Formatierungen disqualifizieren den Bewerber gleich zu Beginn.

Beachten Sie bei Ihrer Online-Bewerbung zudem folgende Punkt:

Bewerbungstipps für das Anschreiben/Motivationsschreiben

Zwei Punkte sind beim Bewerbungsschreiben wichtig, damit der Bewerbungsprozess für Sie nicht schon beendet ist, bevor er richtig startet:

  1. Informieren Sie sich über das Unternehmen und die ausgeschriebene Stelle. Personalverantwortliche müssen nicht einmal besonders geschult sein, um unpersönliche Serien-Bewerbung zu entlarven.
  2. Rechtschreibung, richtige Zeichensetzung, einwandfreie Grammatik und ein aktiver, lebendiger Stil sind das A und O. Lassen Sie Freunde und Familienmitglieder Korrektur lesen, ehe Sie die Bewerbung absenden. Tipp: Mit der Duden-Rechtschreibprüfung im Internet lassen sich die gröbsten Fehler ausmerzen. 

Aufbau:

Das Bewerbungsschreiben sollte keine Wiederholung des Lebenslaufs sein. Hier haben Sie die Chance, Ihre Stärken herauszustellen und sich von der Masse der Bewerber abzuheben. Verwenden Sie keine abgedroschenen Floskeln wie „hiermit bewerbe ich mich“ – bereits der erste Satz sollte Ihre persönliche Motivation und Eignung hervorheben.

Teil 1  –  „Sie“:   Der erste Teil der Bewerbung rückt das Unternehmen bzw. die Stelle in den Mittelpunkt. Machen Sie deutlich, was Sie daran anspricht.

Teil 2 – „Ich“:     Im zweiten Teil der Bewerbung formulieren Sie Ihre Berufserfahrung und fachliche sowie soziale Kompetenzen, die für die Stelle relevant sind. Vermeiden Sie eine reine Aufzählung und drücken Sie aus, warum Ihre Eigenschaft/Erfahrung ein Gewinn für das Unternehmen ist.

Teil 3 – „Wir“:    Im dritten Teil der Bewerbung betonen Sie, wie beide Seiten – sowohl das Unternehmen als auch Sie – von einer Zusammenarbeit profitieren. Hier können Sie beispielsweise auf die Anforderungen eingehen, die in der Stellenbeschreibung genannt werden.

 Formalia:

  • Die Kopfzeile sollte Ihre Kontaktdaten enthalten: Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse
  • Es folgt die Anschrift. Achten Sie darauf, diese korrekt zu schreiben und an eine konkrete Person zu adressieren
  • Formulieren Sie einen Betreff, z. B. Bewerbung als …
  • Die Ansprache im Bewerbungsschreiben lautet „Sehr geehrte Frau …“ bzw. „Sehr geehrter Herr …“
  • Wird in der Ausschreibung nach den Gehaltsvorstellungen gefragt, sollten Sie diese im Anschreiben auch angeben, idealerweise als für Sie akzeptable Gehaltsspanne „von … bis …“
  • Bringen Sie gegen Ende der Bewerbung zum Ausdruck, dass Sie sich über ein persönliches Gespräch freuen würden

Tipps zum Lebenslauf

Der Lebenslauf ist für die meisten Personalverantwortlichen der wichtigste Bestandteil der Bewerbungsmappe. Hier sind alle relevanten Fakten auf einen Blick dargestellt – vorzugsweise in der tabellarischen Form: Links Zeitangaben, rechts Fakten. Zeitangaben werden in der Regel in dieser Form angegeben: 09/2012 – 09/2016

Der Lebenslauf gliedert sich in folgende Abschnitte:

  1.  Persönliches: Vorname, Name, Anschrift und weitere Kontaktdaten. Nicht mehr relevant sind Familienstand, Staatsangehörigkeit, Beruf der Eltern. Auch Konfession und Parteizugehörigkeit sollten nur angegeben werden, wenn es die Stelle relevant ist (z. B. für Stellen bei Caritas, Diakonie oder einer politischen Organisation).
  2. Berufspraxis: Hier hat sich der amerikanische, umgekehrt-chronologische Stil durchgesetzt: Begonnen wird mit der letzten beruflichen Station. Nennen Sie jeweils Firma und Position sowie Ihre wesentlichen Aufgabengebiete in wenigen Stichpunkten. Wichtig: Natürlich sollte der Lebenslauf keine Lücken aufweisen. Das heißt aber nicht, dass Sie jeden Ferienjob und jedes Schülerpraktikum aufzählen müssen. Es sei denn natürlich, es ist für die betreffende Stelle von Vorteil. Zudem sollten Sie jede Station Ihrer Karriere mit einem Arbeitszeugnis belegen können.
  3. Ausbildung: Bei Angaben zur akademischen Laufbahn reichen der Name der Universität, das Studium, der Grad Ihres Abschlusses sowie die Abschlussnote. Was die Schulausbildung betrifft, sollten Sie sich auf den höchsten Schulabschluss beschränken (es sei denn, es handelt sich um die Bewerbung für einen Ausbildungsplatz).
  4. Sonstige Qualifikationen und besondere Kenntnisse: Hier ist Platz für stellenrelevante Weiterbildungen und Zusatzqualifikationen. Sprachkenntnisse sollten Sie immer mit dem jeweiligen Niveau angeben (z. B. fließend in Wort und Schrift, verhandlungssicher, Grundkenntnisse usw.). Wenn Sie für den Job mobil sein müssen, geben Sie die Art Ihres Führerscheins an. Nichts in der Bewerbung verloren haben Hobbys und persönliche Interessen, es sei denn, sie haben einen direkten Bezug zur Stelle.

Bewerbungstipps zum Bewerbungsfoto

Seit Einführung des Antidiskriminierungsgesetzes (AGG) ist das Bewerbungsfoto nicht mehr Pflicht. Nutzen Sie dennoch die Chance, Ihrem Wunsch-Arbeitgeber neben nüchternen Fakten auch einen ersten persönlichen Eindruck von sich zu geben. Lassen Sie dafür nur einen Profi ans Werk. Tabu sind von Freunden geknipste Schnappschüsse, Urlaubsfotos oder gar Selfies. Ein gutes Bewerbungsbild ist:

  aktuell und zeigt Sie so, wie Sie tatsächlich aussehen

  bunt statt schwarz-weiß

  vor einem dezenten Hintergrund aufgenommen

Sie präsentieren sich auf einem professionellen Foto:

  freundlich mit Blick in die Kamera und einem (leichten) Lächeln

  so angezogen, wie Sie auch in dem Unternehmen auftreten würden

  mit dem Körper dem Betrachter zugewandt (keine Ganzkörper-Portraits, das Bewerbungsfoto endet oberhalb der Brust)

Arbeitszeugnis und weitere Anlagen 

Achten Sie darauf, dass die Bewerbungsunterlagen nicht zu umfangreich werden. In Bezug auf die Arbeitszeugnisse reichen die der drei letzten Arbeitsstellen. Für eine bessere Übersicht erstellen Sie ein Anlagenverzeichnis. Auch hier ist der nicht-chronologische Stil vorherrschend: Das Aktuellste kommt zuerst. Mögliche Anlagen (jeweils Kopien und keine Originale) sind:

   Arbeitszeugnisse

  Abschlusszeugnis der höchsten besuchten (Hoch-) Schule

  Beglaubigte Übersetzungen von Zeugnissen und Zertifikaten aus dem Ausland

  Zertifikate und Nachweise über Fortbildung, die für den Job relevant sind

  Empfehlungsschreiben vorheriger Arbeitgeber, Professoren usw.

  Bescheinigungen über ehrenamtliches Engagement

  Führungszeugnis (falls verlangt)

 

Bewerbungstipps zur Initiativbewerbung

Kein Stellenangebot, das zu Ihnen passt? Bei Hofmann Personal sind Initiativbewerbungen gerne gesehen. Falls Sie sich in einem bestimmten Unternehmen bewerben wollen, ist Recherche gefragt. Zunächst gilt es, den richtigen Ansprechpartner herauszufinden. Bewerbungen an allgemeine Adressen wie info@firma.de gehen in den meisten Fällen im digitalen Nirwana verloren. Falls Sie auf der Unternehmensseite nicht fündig werden, können Sie beispielsweise mit anderen Mitarbeitern in sozialen Business-Netzwerken wie XING Kontakt knüpfen. Auch ein direkter Anruf im Unternehmen signalisiert Interesse und schafft Klarheit, ob überhaupt Personalbedarf herrscht.

Bei einer Initiativbewerbung haben Sie kein Stellenprofil, an dem Sie sich entlanghangeln können. Sie müssen also Ihre Stärken und Kompetenzen noch treffender auf den Punkt bringen und mit Beispielen versehen. Gehen Sie unbedingt auf das jeweilige Unternehmen ein, um den Eindruck zu vermeiden, Sie würden wahllos Serienbewerbungen verschicken.

Wichtig: Bevor Sie Ihre Initiativbewerbung verschicken, sollten Sie alle Ihre Profile in digitalen Berufsnetzwerken aktualisieren. Widersprüche zwischen Ihrem Online-Profil und der Bewerbung lassen Sie wenig authentisch und unprofessionell erscheinen.

Warten auf Antwort

Sie haben die Bewerbung abgeschickt und sitzen nun auf glühenden Kohlen? Mit dem Nachhaken ist es so eine Sache. Einerseits können Sie schnell aufdringlich wirken und überlastete Personaler stressen, andererseits bekunden Sie mit einer Nachfrage auch Interesse an dem Job. Zwei bis drei Wochen sollten Sie dem Unternehmen auf jeden Fall für die Sichtung der Unterlagen Zeit geben. Liegen Feiertage oder Ferien dazwischen, sollten Sie sich noch etwas länger gedulden. Danach ist Nachfragen legitim. Das Erwähnen von anderen Job-Alternativen ist ein Pokerspiel und sollte gut überlegt sein. Falls Sie sich dazu entscheiden, sollten Sie betonen, dass die entsprechende Stelle Ihre bevorzugte ist, Sie aber allmählich in Entscheidungsnot geraten.


Erste Hürde geschafft: Bewerbungstipps für das Vorstellungsgespräch

Die Freude über die Einladung zum Bewerbungsgespräch weicht oft schnell der Nervosität. Was ziehe ich an? Auf welche Fragen muss ich mich gefasst machen? Wie zeige ich mein ehrliches Interesse? Auch für das Vorstellungsgespräch gibt es einige Bewerbungstipps. Um bei Ihrem Wunsch-Arbeitgeber einen souveränen ersten Eindruck zu hinterlassen, hilft eine gründliche Vorbereitung.

Die Vorbereitung

Falls Sie sich für mehrere Jobs beworben haben, sollten Sie unbedingt noch einmal genau die Stellenanzeige sowie Ihre Bewerbung studieren. Beantworten Sie sich selbst folgende Fragen:

Tipps zu kniffeligen Bewerbungsfragen

Zur Vorbereitung auf das Jobinterview gehört es natürlich auch, sich auf mögliche Fragen eine Antwort zurechtzulegen. Natürlich sollten diese nicht auswendig gelernt und im Gespräch abgespult werden, aber es hilft, ein paar Antwortmöglichkeiten im Kopf zu haben.

Was war Ihr größter beruflicher Misserfolg, was haben Sie daraus gelernt?

Die Frage nach den persönlichen Stärken und Schwächen ist den meisten Personalern mittlerweile zu abgedroschen, die Antworten zu vorhersehbar. Darum versuchen viele, auf Umwegen die Macken und Schwachstellen potenzieller Kandidaten zu erfahren. Hier können Sie ruhig ehrlich und authentisch sein. Wichtig ist, Ihrem Gegenüber das Gefühl zu vermitteln, dass Sie selbstkritisch und reflektiert sind. Zeigen Sie, dass Sie die Gründe für Ihr Versagen verstanden haben und wie Sie daran arbeiten, sich in diesem Bereich zu verbessern. 

Warum wollen Sie Ihren derzeitigen Arbeitgeber verlassen? Bzw. Warum haben Sie/wurden Sie gekündigt?

Das Schlimmste, was Sie auf diese Frage tun können, ist es, über das Unternehmen, den Chef oder die Kollegen herzuziehen. Legen Sie den Fokus besser auf Ihre Begeisterung für die ausgeschriebene Stelle. Beispiel: „Ich habe mich im Unternehmen XY sechs Jahre lang gut aufgehoben gefühlt und konnte meine Kompetenzen im Bereich XY ausbauen. Doch jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem ich keine weiteren Entwicklungschancen mehr sehe. Da kam mir Ihr Stellenangebot genau recht. Ich finde es toll, dass ich hier auch Einblicke in den Bereich XY gewinnen würde und mich neu beweisen könnte.“

Was stört Sie am meisten an Kollegen und wie gehen Sie damit um?

Antworten Sie hier nicht mit „ich hasse es …“, „Ich kann es nicht ausstehen …“, sondern „gelegentlich stört es mich …“. Nennen Sie zwei bis drei Eigenschaften und begründen Sie, warum Sie diese unangenehm finden. Verdeutlichen Sie, dass Sie zu konstruktivem Verhalten fähig sein, beispielsweise das Gespräch mit dem Kollegen suchen, Kompromisse eingehen usw.  

Diese Fragen bekunden Ihr Interesse

Ein Vorstellungsgespräch ist keine einseitige Sache. Das Unternehmen soll nicht nur einen Eindruck von Ihnen gewinnen, auch Sie sollen entscheiden, ob die Stelle, auf die sich bewerben, etwas für Sie ist und ob Sie sich an diesem Arbeitsplatz wohlfühlen könnten. Nutzen Sie die Chance, ein genaueres Bild zu erhalten. Folgende Fragen können dabei hilfreich sein:

Weitere Bewerbungstipps für das Vorstellungsgespräch

  • Kleiden Sie sich so, als wären Sie bereits Mitarbeiter dieses Unternehmens. So vermeiden Sie es, over- oder underdressed zu erscheinen.
  • Das Vorstellungsgespräch beginnt mit Betreten des Gebäudes. Seien Sie auch zu den Mitarbeitern am Empfang oder im Sekretariat zuvorkommend und freundlich.
  • Stürmen Sie nicht auf die Gesprächspartner zu, sondern warten Sie, bis diese den ersten Schritt machen. Treten Sie Ihnen dann mit ausgestrecktem Arm gegenüber und achten Sie auf einen selbstbewussten aber auch nicht übertrieben kräftigen Händedruck, während Sie sich mit Vor- und Nachnamen vorstellen. Bedanken Sie sich für die Einladung. Ein freundliches Lächeln lässt Sie von Beginn an sympathisch erscheinen.  
  • Warten Sie, bis Ihnen einen Stuhl angeboten wird. Achten Sie auf eine unverkrampfte aber nicht zu lockere Körperhaltung. Halten Sie Blickkontakt mit der Person, die gerade spricht. Wenn Sie selbst sprechen, sollte Ihr Blick zu allen Anwesenden schweifen, jedoch nicht so hektisch, als verfolgten Sie ein Pingpong-Spiel.
  •  Zu Beginn des Gesprächs wird der Vorgesetzte das Unternehmen präsentieren. Hier können Sie Ihr im Vorfeld recherchiertes Wissen einbringen – aber nur, wenn es passt und Sie Ihren Gesprächspartner nicht unterbrechen.
  • Ihre Antworten sollten weder einsilbig ausfallen, noch in Monologe ausarten. Beachten Sie die Reaktion Ihres Gegenübers, schweift sein Blick ab oder wir er ungeduldig, sollten Sie zum Punkt kommen.
  • Bedanken Sie sich am Ende für das Gespräch und erkundigen Sie sich über das weitere Prozedere. Gibt es eine zweite Runde bzw. ein Assessment-Center/einen Einstellungstest? Bis wann können Sie mit einer Antwort rechnen?
  • Falls Sie begeistert von der Stelle sind und sich eine Zusammenarbeit gut vorstellen können, dürfen Sie dies gerne so sagen. Auch eine E-Mail oder ein Anruf am nächsten Tag bekundet Ihr Interesse.

 

Zum Abschluss unserer Bewerbungstipps: Die Checkliste

Mit Hilfe unserer Checkliste können Sie überprüfen, ob Sie die wichtigsten Punkte unserer Bewerbungstipps befolgt haben.

Checkliste für die digitale Bewerbungsmappe

  • Anschreiben und Lebenslauf sind auf Rechtschreibung, korrekte Zeichensetzung, Stil und saubere Formatierung geprüft.
  • Die Online-Bewerbungsunterlagen liegen in einer oder maximal in drei PDF-Datei vor, die Anhänge sind zusammen nicht größer als 3 MB und der Dateiname ist prägnant und klar zuordenbar.
  • Der Lebenslauf ist lückenlos und relevante Berufs- und Ausbildungsstationen sind durch (Arbeits-) Zeugnisse, Bescheinigungen oder Zertifikate belegt.
  • Die Nachweise sind zu einer Datei rückwärts-chronologisch zusammengefügt und bei mehr als fünf Dokumenten mit einem Anlagenverzeichnis versehen.

Checkliste für das Vorstellungsgespräch

  • Vor dem Bewerbungsgespräch haben Sie sich noch einmal klar gemacht, warum Sie sich gerade für diesem Job bzw. bei diesem Unternehmen bewerben, warum Sie für die Stelle geeignet sind, wie Sie das Team bereichern können und was Sie sich in dem Unternehmen erhoffen (Karrierechancen, Kompetenzen erweitern usw.).
  • Ihr Outfit ist sauber, frei von Löchern und Falten sowie für das jeweilige Unternehmen angemessen.
  • Sie haben sich gut über das Unternehmen informiert und sich Gedanken gemacht, zu welchen Punkten Sie noch mehr wissen wollen und welche Informationen Ihnen zu der angestrebten Stelle fehlen.