November 2016 - Vorstellen kann man sich für die Zukunft einiges, doch was wird aller Wahrscheinlichkeit nach eintreffen? Und weiter gefragt: Was können wir selbst beeinflussen? Wo können wir mitgestalten und worauf werden wir keinen Einfluss haben, müssen aber frühzeitig reagieren?
Diesen Fragestellungen folgte unser Workshop zum Thema „Arbeiten und Organisation 4.0“, an dem Mitarbeiter aus allen Unternehmensbereichen teilnahmen. Den Impulsvortrag hielt der Zukunftsforscher Lars Thomsen. Er stellte die Frage: Kann man Zukunft planen? Die Antwort war ja und nein. Die Zukunft lässt sich nicht voraussagen. Aber man kann Trends errechnen, vorausgesetzt, das jeweilige System wurde verstanden.
Verdeutlicht hat er uns das an der Herstellung von Popcorn. Frage: Wann popt das erste Maiskorn auf? Die Optimisten gehen davon aus, dass es doch bestimmt gleich passiert, selbst wenn noch nichts zu erkennen ist. Die Pessimisten meinen eher, dass das noch dauern kann oder gar nichts wird. Die dritte Gruppe hingegen hinterfragt das System, sammelt alle Daten, die man über die Herstellung von Popcorn kennt und setzt sie in Beziehung. Wärmezufuhr, Ölmenge, Leitfähigkeit des Topfes, der physikalische Vorgang oder die Qualität des Popcorns sind Faktoren, anhand derer sich errechnen lässt, wann das erste Maiskorn zu Popcorn wird. So funktioniert also Zukunftsforschung.
Wir hörten vom Google-System, das unsere Mails mitliest, auswertet und irgendwann für uns eine Antwortmail verschickt oder das uns das selbst fahrende E-Auto vorbeischickt, da wir selber keins mehr besitzen. Google erinnert uns daran, dass unsere Tochter Geburtstag hat, weiß, was sie sich wünscht und kann das Geschenk gleich für uns bestellen. Wir hörten von humanoiden Robotern, von Robotern, die in der Pflege eingesetzt werden oder die Reinigung eines Hotelzimmers übernehmen. Und natürlich stellt man sich die Frage: Wie wirkt sich das auf den Menschen aus? Wie wird sich unsere Arbeit verändern?
Und konkreter auf die Arbeitswelt übertragen: Was erwarten junge Menschen vom Leben, einschließlich ihrer Arbeit? Wer bewirbt sich bei wem – das Unternehmen beim Bewerber? Schaffen es Arbeitgeber, eine Wertegemeinschaft aufzubauen, die für junge Arbeitnehmer attraktiv sind? Wie werden wir uns mit unseren Kunden vernetzen? Wir stellen sich unsere Kunden den Personaldienstleiter der Zukunft vor? Viele Fragen, auf die wir Antworten finden wollen.
