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Flexibilität in der Spitze

Laut jüngster Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) ist die Wirtschaft optimistisch wie lange nicht. Entsprechend hoch ist die Einstellungsbereitschaft der Betriebe. Jedoch klagt jedes dritte Unternehmen über Schwierigkeiten, qualifiziertes Personal zu finden. Personaldienstleister können hier helfen.

April 2012 - Clemens Neubauer, Regionalgebietsleiter für NRW, kennt die Herausforderungen der Firmen. Im Interview berichtet er über Anforderungen, Trends und Lösungsansätze.
Herr Neubauer, eine Viertelmillion Arbeitsplätze will die Wirtschaft in 2012 schaffen. Halten Sie das für realistisch?
Die Auftragsbücher sind voll, der Personalbedarf ist da. Und auch die Bereitschaft ist auf Unternehmensseite grundsätzlich vorhanden. Dennoch zeigen sich viele Mittelständler verhalten, was Neueinstellungen angeht. Auch wenn derzeit keine Konjunktureinbrüche absehbar sind, sind viele Unternehmer skeptisch und wollen im Falle eines Abschwungs lieber flexibel bleiben. Zudem macht es der Fachkräftemangel den Firmen tatsächlich schwer, passende Mitarbeiter zu finden.
In welchen Bereichen und Branchen ist der Bedarf am größten?
Die Luxusgüterindustrie hat immer Konjunktur, wie auch die Chemische Industrie und die Automobilbranche. Beide sind im Kölner Raum stark vertreten.  
Welche Qualifikationen, welche Berufe sind bei Ihnen besonders gefragt?
Da es im produzierenden Gewerbe den größten Bedarf gibt, vermitteln wir in erster Linie Berufe wie Schweißer, Elek-triker, Schlosser und so weiter. Aber auch qualifizierte kaufmännische Angestellte sind gefragt. Außerdem wächst die Nachfrage nach Projektleitern auf mittlerer Managementebene. Insgesamt haben wir derzeit 15.000 Mitarbeiter unter Vertrag. Da sind wirklich fast alle Berufe und Qualifikationen vertreten.
Wohin geht, Ihrer Meinung nach, der Trend bei Personaldienstleistungen?
Zeitarbeit wird auch zukünftig gefragt sein, da es ein sehr schnelles und flexibles Instrument ist. Sollte sich die Zeitarbeit aufgrund politischer Entscheidungen stark verteuern, könnte das Auslagern von Projekten im Rahmen von Werkverträgen zunehmen. Das bedeutet: Der Unternehmer  kauft  eine Leistung und nicht Arbeitszeit beziehungsweise -kraft ein. Wir als Personaldienstleister treten in solchen Fällen als Subunternehmer auf und sorgen mit entsprechendem Personal und Projektmanagement dafür, dass eine fest umrissene Leistung nach allen Qualitätsstandards geliefert wird. Bei einem Werkvertrag haften wir für den Erfolg, bei einer „Arbeitnehmerüberlassung“ rein rechtlich nur für die Qualifikation der Arbeitnehmer.
Ist der Mangel an Fachkräften tatsächlich so groß wie immer propagiert?
Das hängt von der jeweiligen Region ab. Wir beobachten im Köln/Bonner Raum, dass die Personalabteilungen Personalentwicklung und -ausbildung intern managen, das Recruiting aber auslagern. Auch Personaldienstleister haben verstärkt  Probleme, gut ausgebildete Mitarbeiter zu finden. Manche Wettbewerber haben daher die Preise für bestimme Qualifikationen pauschal erhöht. Wir nicht. Wir setzen stattdessen auf gute Kenntnis des Arbeitsmarktes und Weiterbildung in unserer hauseigenen Akademie.
 

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