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Schafft Deutschland den Strukturwandel?

Phönix-Diskussionsrunde mit Prof. Reint E. Gropp (Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle), Ingrid Hofmann, Mario Ohoven (Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) und Michael Vassiliadis (Vorsitzender IG BCE)

Mai 16 – Konzerne sind im Umbruch, der Mittelstand in Deutschland ist nach wie vor eine tragende Säule, die Arbeitswelt verändert sich und Politiker versuchen, mit Gesetzen auf den Wandel zu reagieren. Ob immer mit dem nötigen Augenmaß, bezweifelt die Unternehmerin Ingrid Hofmann- zumindest, was die Personaldienstleistungsbranche anbelangt.

„Diese Regelung geht in meinen Augen vor allem auf Kosten unserer Mitarbeiter wie auch der Kunden. Die Zeitarbeitnehmer müssen vielleicht zukünftig bereits nach 18 Monaten ein Unternehmen verlassen, in dem sie sich wohlfühlen und verlieren damit ihre Lohnansprüche, die sie sich aufgrund der Branchenzuschlags-tarifverträge in diesem Einsatzunternehmen erarbeitet haben. Es ist illusorisch, zu glauben, dass danach alle Zeitarbeitnehmer in die Stammbelegschaft der Kunden wechseln können. Unsere Dienstleistung ist ja gerade dafür da, um eine gut planbare und personelle Flexibilität zu ermöglichen“, urteilt Ingrid Hofmann. Bei Hofmann Personal erhalten rund 82 Prozent der Zeitarbeitnehmer Branchenzuschläge; eine Einsatzdauer über 18 Monate haben etwa 28 Prozent.

Die geplante Equal pay Regelung ist ebenfalls problematisch, denn bisher wurde nicht klar formuliert, was unter Equal-Pay zu verstehen ist. Die Rechtsunsicherheit für alle Beteiligten ist somit vorprogrammiert. „Je stärker man unsere Branche einengt, umso weniger können wir mithelfen, die Integration problematischer Personenkreise, seien es Langzeitarbeitslose, Menschen mit Behinderung oder Flüchtlinge zu unterstützen“, warnt die Unternehmerin. „Es dürfte aus der Vergangenheit unbestritten sein, dass gerade die Zeitarbeitsbranche einen großen Anteil an der Integration von arbeitslosen Menschen hatte.“  

Welche Rolle spielt die Politik? Was bedeutet es, wenn Konzerne bevorzugt werden z.B. durch die Kaufprämie für Elektroautos? fragt Moderator Markus Gürne. (Ressortleiter der ARD-Börsenredaktion).

Mario Ohoven nahm die Gelegenheit wahr, die Situation des Mittelstands zu verdeutlichen. Eher unbekannt ist wohl, dass etwa 25 % der kleinen mittelständischen Unternehmer weniger verdienen, als ein Facharbeiter. Das sollte man auch einmal bedenken. Trotzdem bietet der Mittelstand 60 % der Arbeitsplätze in Deutschland.

Der Beitrag kann angeschaut werden unter http://www.phoenix.de/content/1107771.

Eine interessante Kulisse: Die Deutsche Börse in Eschborn.

Blick nach oben.

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